Anwendungstipps und häufige Fragen

Um grobe Verunreinigungen zu entfernern können Sie die Diamantscheibe mit einer feuchten Spülbürste reinigen. Um feinen Schleifstaub von der Diamantscheibe zu entfernen, gelegentlich mit einem Radiergummi reinigen.

Grundsätzlich sind Diamanten härter als jeder Messerstahl und nutzen sich deshalb während des Schleifvorgangs kaum ab. Bei den ersten Schleifvorgängen lösen sich jedoch rasch einmalig produktionsbedingt überschüssige Diamanten ab. Nach dem etwas raueren Schleifgeräusch klingt die Scheibe beim Schleifen feiner und hat ihre normale Gebrauchsoberfläche erreicht. Die Diamanten werden zu ca. 55% tief in einem einem Nickelbett gehalten. Wird dieses Nickelbett durch spitze, schartige bzw. beschädigte Gegenstände aufgebrochen, können Diamanten herausfallen. Schleifen Sie deshalb ausschließlich Küchen-, Kochmesser. Der Rollschleifer ist nicht für Sensen, Scheren, Gartengeräte, Stechbeitel o.Ä. geeignet. Je nach Anwendungsintenasität muss die Diamantscheibe in einem ganzen Küchenleben nicht getauscht werden.

Die Edelkorundscheiben tragen sich beim Schleifen sichtbar ab und können bei durchschnittlichem Gebrauch 3-6 Jahre Lebensdauer erreichen. Die #6000er Edelkorundscheibe trägt sich im Verhältnis zur #3000er Edelkorundscheibe schneller ab. Befreien Sie stets vor und nach dem schleifen Rollschleifer, Schleiflehre und Messer von entstandenem Schleifstaub.

Die beiden Edelkorundscheiben lassen sich am besten reinigen, in dem man Sie sanft, flach gegeneinander reibt. Hier genügen schon wenige kreisende Bewegungen.

Um die Schleifscheiben zu wechseln muss der Rollschleifer mit beiden Händen an den Laufrädern gehalten und mit einer entgegengesetzen Schraubebewegung aufgeschraubt werden. Eine der beiden Seiten (Diamantseite oder Edelstahl-Abziehseite) löst sich immer zuerst. Welche Scheibe sich zuerst löst kann unterschiedlich sein. Sollten Sie nur eine Scheibe wechseln wollen, schrauben Sie die gewünschte Scheibe auf. Sollten Sie beide Schleifscheiben lösen wollen, schrauben Sie die angelöste Scheibe ganz ab, entfernen Sie dann Laufrad und Griffrolle. Danach halten Sie mit einer Hand die Stahlachse fest und Schrauben noch festsitzende Scheibe samt Laufrad mit der anderen Hand ab. Nutzen Sie hier je nach benötigter Kraft eine Zang um die Achse Fester zu greifen. VORSICHT: Stellenweise sind zwischen Achse und den Laufrädern Unterlagsscheiben verbaut. Stellen Sie sicher, dass diese beim Zusammensetzen wieder an der selben Stelle eingesetzt werden.

Um exotische Klingenhöhen zu schleifen wie z.B. Hackbeile die höher sind als die Schleifscheibe des Rollschleifers, wird der Rollschleifer während des Schleifvorgangs entsprechend unterlegt. Beispielsweise mit einem Schneidebrett. Der Rollschleifer wird dann auf der Erhöhung bewegt, während das Messer angelegt an der Magnet-Schleiflehre auf der niedrigeren Tischebene gehalten wird.

Bis ein Messer das erste Mal durch den Rollschleifer neue Schärfe erlangt, müssen in der Regel einmalig 1-5 Minuten (In Härtefällen auch 10 Minuten) Schleifzeit aufgewendet werden, da der 15° Schleifwinkel zunächst angelernt werden muss. Die tatsächliche Schleifzeit kann je nach Klingenzustand variieren. Das Nachschärfen benötigt in der Regel durch den gleichbleibend konstanten Schleifwinkel nur noch wenige Bewegungen von beiden Seiten.

Um herauszufinden ob das Messer bereits die 15° “gelernt” hat, kann mit der “Eddingmethode” geprüft werden. Hierzu wird der oberste Teil der Schneide mit einem Filzstift gefärbt. Danach legen Sie das Messer an der Schleiflehre an und schleifen es wie gewohnt. Nach ein paar Schleifbewegungen kann visuell geprüft werden ob die Färbung des Filzstifts bereits weggeschliffen wurde. Ist der Filzstiftstrich noch zu sehen, ist das Messer noch nicht fertig eingeschliffen. Der alte Schleifwinkel hindert Sie in dem Fall noch daran, die Schneide zu treffen. Der Vorgang sollte von beiden Seiten durchgeführt werden.

Grober Wellenschliff bei klassischen Brotmessern kann mit etwas Übung mit dem Rollschleifer geschärft werden. Bitte nur von der Seite schleifen, von der es ab Werk gefertigt wurde. Das Messer halten Sie ohne Schleiflehre so, dass sie mit der Schleifscheibe die Schneide treffen. Da jeder Wellenschliff unterschiedlich gefertigt ist, muss das Messer hier freihand gehalten werden. Dann drehen Sie den Rollschleifer leicht zur Schneide ein, sodass der Radius der Diamantscheibe in die Welle des Brotmessers eintaucht. Nun ziehen Sie den Rollschleifer immer von der Spitze des Messers zu sich. In diesem Fall immer nur in eine Richtung und nicht vor und zurück. Nach dem selben Prinzip kann die andere Seite des Messers ausschließlich mit der Edelstahl-Abziehseite entgratet werden.

Auch wenn Damastmesser oft aus härterem Stahl gefertigt sind als die meisten Messer, ist die ein Härtegrad jenseits der 60 HRC kein Problem für den Rollschleifer. Sie können mit dem Rollschleifer jeden Messerstahl bearbeiten. Durch die Gleimäßige Anwendung ohne jegliche punktuelle Belastung schleift der Rollschleifer mit höchster Präzision auch die edelsten Messer. Durch den konstanten Schleifwinkel wird auch nur das Material abgetragen was das Messer wirklich an neuer schärfe hindert. Deshalb ist der Rollscheifer nicht nur effizienter sondern wesentlich schonender als die meisten Messerschleifsysteme.

Der Unterschied vom Rollschleifer zu gängigen Messerschärfsystemen ist enorm. Der wichtigste Unterschied bei der Anwendung im Vergleich zu Wetzstab oder “Durchziehgerät” ist die punktuelle Belastung. Durch punktuelle Belastung werden auf dauer ungleichmäßige und unschöne Ergebnisse erzielt – der Grund warum die Schneide oft zerstört wird. Mit dem Rollschleifer wird durch das fest fixierte Messer und ruhige Rollbewegungen das Messer gleichmäßig bearbeitet. Somit können am Messer keinerlei Schäden entstehen. Ein weiterer großer Unterschied z.B. zu klassischen Wassersteinen / Abziehsteinen ist das Einhalten des Schleifwinkels. Freihand auf dem Stein ist es eine wahre Kunst und sehr mühsam. Mit dem Rollschleifer und der Magnet-Schleiflehre wird das Messer immer exakt in dem Winkel fixiert, wie man es zuletzt geschliffen hat. Das Ergebnis ist weniger Materialabtrag, schnellere Resultate und keinerlei nötige Vorkenntnisse.

Grunsätztlich ist die Diamantscheibe in der Lage Keramikmesser zu schleifen. Da Keramik nicht magnetisch ist muss hier jedoch der Winkel freihand eingehalten werden.

Es gibt unterschiedliche Edelstähle für unterschiedliche Anwendungsgebiete. So gibt es magnetische und antimagnetische Edelstähle. Ein antimagnetischer Edelstahl wird bspw. für Küchenspülen etc. verwendet. Dieser wäre jedoch nicht geeignet um entsprechend gehärtet zu werden, sprich ein leistungsfähiges Messer daraus zu fertigen. Da jedes gehärtete Stahlgefüge magnetisch ist, sind auch als “Edelstahl” bezeichnete Messer in der Regel magnetisch.

Für den Schleifvorgang mit den Rollschleifer wird kein Wasser benötigt, da durch die ruhigen Rollbewegungen keine relevante Hitzeentwicklung entsteht. Die Diamantbeschichtung ist darauf ausgelegt ausschließlich trocken genutzt zu werden. Die zusäzlich erhältlichen Edelkorund-Schleifsteine leisten trocken verwendet ebenso Top-Ergebnisse.

Der Rollschleifer ist hauptsächlich zum Schärfen von großen und kleinen Küchenmessern gedacht. Aufgrund möglicherweise stark abweichender Schleifwinkel empfiehlt es sich nicht Scheren, Sensen oder andere Werkzeuge mit dem Rollschleifer zu schleifen. 

Besteckmesser haben oft feine Zackenprägungen welche mit dem Rollschleifer nicht geschliffen werden können. Glatte Besteckmesser hingegen können problemlos mit dem Rollschleifer geschärft werden.

Im Outdoor- und Jagdmesserbereich gibt es oft abenteuerliche Klingengeometrien die sich stellenweise nicht optimal mit dem Rollschleifer schärfen lassen. Grundsätzlich gilt, die Schneide muss glatt sein und das Messer sollte glatt und sauber an der Magnet-Schleiflehre anliegen.

Die meisten Hersteller im Küchenmesserbereich produzieren einen 15° Schleifwinkel ab Werk. Dieser Winkel ist die optimale Mischung aus Stabilität und Schärfe. Viel wichtiger jedoch als 13°, 15° oder bspw. 18° ist die Konstanz und die Reproduzierbarkeit des Schleifwinkels. Nur bei einem gleichbleibendem Schleifwinkel wird ausschließlich das Material abgetragen, welches die Schneide wirklich an neuer Schärfe hindert. Somit bedeutet ein reproduzierbarer Schleifwinkel nur minimalsten Materialabtrag und die schonenste Bearbeitung der Klinge. Es empfhielt sich also i.d.R. dem Messer den 15° Schleifwinkel im Zweifelsfall mit etwas Geduld einzuschleifen.

Der Schleifwinkel ist der Winkel mit dem das Messer von einer Seite bearbeitet wird. Da die meisten Messer beidseitig geschliffen sind, wird der Schleifwinkel (z.b. 15°) von beiden Seiten eingeschliffen. Nach dem beidseitigem Schleifen mit 15° Schleifwinkel ergibt sich eine 30° Schneide bzw. ein 30° Schneidwinkel. Der Schneidwinkel entspricht also immer dem doppelten des Schleifwinkels.

Bei Messern die bisher freihand geschliffen wurden, variiert der Winkel meist nach jedem Schliff. Der aktuelle Schleifwinkel ist deshalb oft nicht zu ermitteln. Es lohnt sich deshalb, einmalig seinen Messern mit dem Rollschleifer und der Magnetschleiflehre einen konstanten Schleifwinkel einzuschleifen, der bei jedem Schleifvorgang reproduziert werden kann.

Grundsätzlich wird immer von grob nach fein geschliffen. Die Diamantscheibe ist die abtragsfreudigste Schleifscheibe und kommt somit zuerst. Mit ihr wird jedes Messer zuerst bearbeitet um möglichst zügig den 15° Schleifwinkel einzuschleifen. Nach dem Schleifen empfiehlt es sich mit der Edelstahl-Abziehseite die angelösten Schleifpartikel abzuziehen bzw. die Schneide zu entgraten. Sollten Sie die #3000 & #6000 Edelkorundscheiben besitzen, können Sie direkt nach der Diamantseite zunächst die #3000er Körnung (blau) verwenden um danach mit der #6000er Körnung (weiß) den letzten Schleifvorgang durchzuführen. Die Anwendung des Leders empfiehlt sich immer erst nach  letzten Schleifvorgang.